Alles zur Verwendung von Hagebutten ist hier zu finden.
Heute geht es um etwas ganz Besonderes: Kandierte Hagebutten. Sie schmecken köstlich und bestechen mit ihrer knallroten Farbe. Damit eignen sie sich hervorragend zum Dekorieren von Torten oder anderen Süßspeisen und selbstverständlich darf man sie auch einfach zwischendurch naschen. Wie werden Hagebutten kandiert? Bitte hier weiterlesen.
Vorab: Zum Kandieren sollte man nur besonders schöne und feste Hagebutten verwenden, die noch nicht ganz reif sind. Wie man den beim Kandieren anfallenden Sirup nutzen kann, beschreibe ich ebenfalls in diesem Beitrag.
Und bitte keine Angst vorm Kandieren. Auch wenn sich der Vorgang über mehrere Tage hinzieht, so erfordert er – mit Ausnahme der Vorbereitung – nur wenige Minuten täglich.
Gebraucht werden: — 1 Topf mit Deckel zum Kochen der Zuckerlösung, idealerweise ein Frittierkorb*) (alternativ einen Schöpflöffel mit Löchern), Messer, 1 Teelöfferl, 2 Kochlöffel, Gitter, Blech o.ä. zum Trocknen, Back- oder Zeitungspapier, Glas zum Aufbewahren – 1l Wasser, 1 kg Zucker + 1/2kg Zucker, Hagebutten (300 bis 500g) – eine Extraportion Geduld
Für den Sirup: 3 Zitronen und Flaschen zum Abfüllen
*) Zum Frittierkorb: Wie schon früher erwähnt, vereinfacht die Verwendung eines Frittierkorbs das Kandieren enorm. Man spart eine Menge Handgriffe, macht das Hantieren mit kochendem Sirup sicherer und kann den Korb auch gleich fürs Trocknen verwenden. Aber natürlich lässt sich auch ein Schöpflöffel mit Löchern verwenden um damit die Hagebutten hin und her zu transportieren. In jedem Fall gilt: Gut aufpassen, man verbrennt sich leicht an heißem Sirup!
Und so geht’s:
Tag 1:
Hagebutten sammeln, waschen und Stiel- und Blütenansatz wegschneiden.
Hagebutten halbieren und die Extraportion Geduld aktivieren.
Anschließend die Hagebuttenhälften mit einem Teelöffelstiel von Kernen und Härchen befreien.
1l Wasser zum Kochen bringen.
Die Hagebuttenhälften in einen Frittierkorb legen, im kochenden Wasser versenken und kurz kochen lassen. Anschließend den Korb samt Inhalt wieder herausheben und auf einem Teller parken.
Dem Wasser 1kg Zucker zugeben und erneut aufkochen.
Den Sirup vom Herd nehmen und den Korb mit den Hagebutten im heißen Sirup versenken. Zudecken und 24 Stunden ziehen lassen.
Tag 2:
Am nächsten Tag Korb wieder herausnehmen, Sirup zum Kochen bringen, vom Herd nehmen, Hagebutten im heißen Sirup versenken, 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen.
Dieser Vorgang wird 3x wiederholt, also insgesamt 4x durchgeführt.
Tag 5:
Den Korb herausnehmen und die Hagebutten mit warmen Wasser kurz abspülen. Wieder auf einem Teller parken und etwas trocknen lassen.
Inzwischen dem Sirup ein weiteres halbes Kilo Zucker zugeben und aufkochen. Auf kleiner Flamme solange köcheln lassen, bis ein dickflüssiger Sirup entstanden ist.
Nun den Korb mit den Hagebutten in diesem Sirup versenken und nochmals einige Minuten kochen lassen.
Anschließend herausheben und auf einem Gitter(korb) mehrere Tage trocknen lassen. Back- oder Zeitungspapier unterlegen (Sirup tropft herunter!) und als Abstandhalter zwischen Gitter und Unterlage zwecks besserer Trocknung 2 Kochlöffel hinlegen.
Fertig! Die kandierten Hagebutten in einem Glas aufbewahren. Sie halten ohne weiteres 2 bis 3 Jahre – werden aber selten so alt. 😉
Den angefallenen Sirup nicht wegschütten.
Hagebuttensirup
Den vorhandenen Sirup durch ein Sieb in einen Topf gießen, um eventuelle Fruchtreste zu entfernen. Aufgrund der Zähflüssigkeit kann das mehrere Minuten in Anspruch nehmen.
Den Saft von 3 Zitronen dazugeben und einige Minuten aufkochen. Anschließend in sterilisierte Flaschen gießen. So ist dieser ungewöhnliche Sirup mehrere Jahre haltbar.
Fertig! Dieser Hagebuttensirup ist hoch konzentriert und eignet sich daher zum Glasieren von Torten und Keksen genauso wie zum Süßen und Aromatisieren von Süßspeisen. Mit sehr viel Wasser verdünnt wird er zu einer schmackhaften Limonade. Ausprobieren lohnt sich!